(Titelbild in Anlehnung an www.rannenbergundfriends.de)

Letztes Update: 10.05.21


INTRO

Rückmeldung dazu

Vor etlichen Jahren hat mir mal jemand ein Brillenputztuch geschenkt mit dem Spruch: "Wenn ich alt bin, werde ich nur nörgeln. Das wird ein Spaß!" Das Putztuch hängt seit Jahren an der Pinwand über meinem Klo, und jetzt hole ich's dort raus, denn es sind alle Voraussetzungen erfüllt: Ich bin alt, muss immer öfter meine Brille putzen -  und ich nörgele gern! Wobei ich das Wort "Nörgeln" auf Kritik an gesellschaftlichen und politischen Zuständen ausgedehnt sehen möchte.

Schon seit Jahren "nörgele" ich auf Kommentarseiten von Online-Medien, z.B. bei welt.de. Da hat man mir aber auch schon den ein oder anderen Maulkorb verpasst. Deshalb hab' ich mir gedacht: Mach' ich halt meine eigene Nörgelseite auf. Da kann ich schreiben, was ich will! Wer's dann liest, ist natürlich eine andere Frage ...

Jetzt geht's jedenfalls los mit der Nörgelei auf der neuen Seite. Sozusagen der "politische Arm" von Gerhards Homepage. Technisch bleibe ich im bewährten "Retro"-Design. Ich werde hier also kein Diskussionsforum etablieren. Aber: Zu jedem Beitrag gibt's einen Rückmelde-Button. Da könnt ihr mir per eMail eure Meinung schicken und auch dazu sagen, ob ich sie veröffentlichen darf oder nicht. Echt-Namen und eMail-Adressen werde ich hier NIE veröffentlichen, allenfalls Initialen oder von euch genannte "Alias-Namen".

Und: Es gibt auf dieser Seite keine Fotos oder Grafiken. Die Diskussionen sind textbasiert. Evtl. Links setze ich natürlich um, auch meine eigenen Beiträge können Links enthalten.


Das Original-Putztuch


05.05.21  7-Tages-Inzidenzen und Intensivbetten - Wo ist da der Zusammenhang?

Rückmeldung dazu

Vorgestern wurde das Oktoberfest 2021 abgesagt: OK, das verstehe ich angesichts der unsicheren Lage und der immensen Aufwände, die ein solches Mega-Event im Vorfeld verursacht. Und ich bin auch bei OB Reiter, wenn er sagt, dass es keine "Wies'n light" geben kann.
Aber: Alle politischen Entscheidungen, Einschränkungen, Verbote oder auch Lockerungen basieren alleine auf den "7-Tages-Inzidenzen". Das ist keine vernünftige Messzahl für das tatsächliche Infektions-
geschehen, und man sollte sie schleunigst in die Tonne treten, oder mindestens mit anderen Messzahlen kombinieren, z.B. mit der Anzahl von Corona-bedingten Neuaufnahmen in Krankenhäusern oder Intensiv-
stationen, um einen halbwegs vernünftigen Corona-Index zu bekommen.

Wir haben uns alle schon dran gewöhnt, dass die ominöse "100" darüber entscheidet, ob Geschäfte öffnen dürfen oder nicht, ob man zwischen 22 Uhr und 5 Uhr seiner Freiheit beraubt wird oder nicht. Und das, obwohl dieser Wert nichts über die Belastung unseres Gesundheitssystems aussagt.

Lassen wir es uns nochmal auf der Zunge zergehen: Eine Inzidenz von 100 bedeutet, dass innerhalb von 7 Tagen 1 Promille der Bevölkerung positiv getestet wurde. Einer von Tausend! Pro Tag sind das 14 (!)  Personen von 100.000, die als positiv gelten, selbst wenn sie keinerlei Symptome haben. Solange also täglich 0,014 % der Bevölkerung positiv getestet werden, dürfen 99,986 % der Bevölkerung nachts nicht auf die Straße, können keine Klamotten kaufen, dürfen nicht ins Kino oder Theater, und schon gar nicht ins Restaurant oder in die Kneipe. Und das soll verhältnismäßig sein? Verhältnismäßig unsinnig!

Kommen wir zu den Intensivbetten: Hier ist laut DIVI-Grafik seit April 2020 eine nur leicht ansteigende Belegung um die 20.000 zu erkennen (dunkelblau, alle Intensiv-Patienten). Sieht hier irgend jemand Corona-Wellen? Ich nicht! Zu sehen ist aber, dass es am 4. August einen abrupten Einbruch der Gesamtzahl verfügbarer Intensivbeten von ca. 31.000 auf etwa 28.000 gab. Angeblich wurde die Zählweise geändert und tausende Betten wurden der neu geschaffenen "Notfallreserve" (hellblau) zugeschlagen. Die ist nicht operativ, kann aber angeblich innerhalb von 7 Tagen in Betrieb genommen werden. Mit welchem Personal?


(C) https://www.intensivregister.de/#/aktuelle-lage/zeitreihen

An der mittelblauen Kurve sieht man sehr gut, dass die Gesamtzahl vorhandener Intensivbetten von Anfang Oktober bis etwa Mitte Januar (also genau während der "2. Welle") weiter kontinuierlich auf ca. 24.000 abgenommen hat. Wenn ich also immer wieder lese, dass freie Intensivbetten bedrohlich knapp werden, dann liegt das auch daran, dass es heute ca. 7.000 Intensivbetten weniger gibt als noch vor einem Jahr! An Spekulationen darüber, ob Kliniken Intensivbetten sogar aktiv abgebaut haben, um über die Auslastungsquote von 75% zu kommen, ab der sie zusätzliche Fördergelder einstreichen können, beteilige ich mich nicht ...
Und zu den 7-Tages-Inzidenzen hänge ich noch eine Mathe-Aufgabe dran: Wenn eine kleine Kommune mit 1000 Einwohnern jeden Tag 1000 Tests macht, und dabei jeden Tag einen Positiven und 999 Negative hat, welcher 7-Tages-Inzidenzwert kommt dabei heraus? Rückmeldungen nehme ich gerne entgegen. Zu gewinnen gibt's allerdings nix, außer vielleicht etwas Erkenntnisgewinn. Die Auflösung kommt in ein paar Tagen ...

Nachtrag 10.05.: Hier die angekündigte Auflösung zu meiner Frage. Die fiktive kleine Kommune hat einen 7-Tages-Inzidenzwert von 700, ist also jenseits von gut und böse, bzw. jenseits aller von der Politik willkürlich vorgegebener Grenzwerte. Und das, obwohl täglich nur einer von Tausend betroffen ist. Oder nicht mal betroffen, sondern eben nur positiv getestet ...


27.04.21  China-Connection - Bernie speaking

Rückmeldung dazu

Das Thema ist leider immer noch das Gleiche, aber der Austausch über die Kontinente hinweg kann ja nicht schaden. Deshalb hier mal ein Statement meines Spezls Bernie aus Peking. Er schreibt:

Hahaha, im Bett darfst nebeneinander liegen, aber laufen darfst nicht miteinander? Bei uns in China gibt's sowas nicht. Wir sind wieder draussen und alles scheint wieder paletti zu sein. Über die Maifeiertage gehen wir in den Norden zu meinem Spezl seinem Heimatdorf am Strand. Wird zwar noch recht kalt sein, aber des passt schon.

Vorausgegangen war dieses Mail an Bernie:

Hi Bernie,

ja, schwere Zeiten für Satiriker, denn die Realität ist nicht zu toppen!

Weiteres Beispiel: Laut der neuesten “Bundes-Notbremse” darf ich zwischen 22 Uhr und 24 Uhr alleine joggen (in Bayern nicht, weil Söder die bundesweite Regelung gleich wieder unterlaufen hat), aber nicht zusammen mit meiner Ehefrau.

Jetzt stellen sich mehrere Fragen:
- falls meine Frau zufällig gleichzeitig joggen geht, wie viel Abstand müssen wir halten, dass wir beide “alleine” unterwegs sind?
- wenn ich mit dem Hund gassi gehe, darf ich immer raus. Genügt auch eine Hundeleine? Der Köter könnte ja gerade ausgebüxt sein.
- was kann man gegen die exponentiell ansteigenden Preise von “Rent-a-Dog” tun? 
- wäre es eine Option, meine Frau an die Leine zu nehmen?
- wenn ich dann vom “alleine joggen” zurück bin, muss ich danach im Bettchen einen Mindestabstand einhalten?

Klingt alles lustig, ist es aber nicht! Ich werde auf meine alten Tage noch zum Revoluzzer. Dieser Schwachsinn ist nicht mehr zu ertragen!

Meine Nörgeleien-Seite ist ein Ventil für mich, aber auch da machen sich schon manche Sorgen über meinen Geistes-Zustand ...

Gruß, Fusl

Wer immer meine Nörgeleien liest, möge sich sein eigenes Bild machen. Ich lasse hier "Dampf" ab und spreche Themen an, die aus meiner Sicht GAGA sind. Viele davon sind offenbar nicht mehr mit "normalen Mitteln" in den Griff zu kriegen! Ich betreibe hier kein "Forum", aber: Es gibt die Möglichkeit einer direkten Rückmeldung!


22.04.21  Bundes-Notbremse. Mißbrauch ist strafbar!

Rückmeldung dazu

Gestern hat ja der Bundestag die "Bundes-Notbremse" durchgewunken, heute wird sie der Bundesrat abnicken, und dann wird Steinmeier die Novelle des Bundes-Infektionsschutz-Gesetzes eilig unterschreiben. So läuft's in Berlin!

Die WeLT hat einen Artikel geschrieben mit dem Titel: "In diesem Gesetz ruht die Gefahr des völligen Akzeptanzverlustes" (den Artikel können leider nur WeLT-PLUS-Leser lesen).

Aber meinen Kommentar dazu können hier alle lesen:

Bei mir ist der "völlige Akzeptanzverlust" schon seit längerer Zeit eingetreten. Und ich bin fassungslos, dass ein deutsches Parlament wider besseren Wissens massive Grundrechtseinschränkungen beschließt auf Grundlage einer ungeeigneten Messzahl, nämlich dieser 7-Tages-Inzidenz. Dieser Wert ist "selbst gemacht", er reflektiert nicht mehr im Mindesten das Krankheitsgeschehen, schon gar nicht die Belastung unseres Gesundheitssystems, und seine massiven Schwankungen nach Feiertagen und Wochenenden entlarven auch das Meldesystem als untauglich.

Und trotzdem winkt das Parlament es durch!? Mein Respekt gehört hier großen Teilen der Opposition: der AfD, der FDP und den Linken, die sich vehement dagegen gewehrt haben. Meine Verachtung gehört den Grünen, die sich zwar schon als die neue "Zukunft" sehen, in einer so wichtigen Frage aber nichts Besseres zu tun haben, als sich geschlossen zu enthalten.

Und damit bin ich beim "Fraktionszwang". Einen solchen gibt es laut GG nicht und es darf ihn auch nicht geben! Jeder Abgeordnete ist nur seinem Gewissen verpflichtet. Wie kann es sein, dass von 709 MdBs eine Mehrheit einem Gesetzentwurf zustimmt, der auf ungeeigneten Parametern beruht und dessen juristische Halbwertszeit schon jetzt klar absehbar ist?

Ich habe keinen Funken Vertrauen mehr in die aktuelle deutsche Politik.


(C) Sascha Fijneman

Ausnahmsweise hab' ich diesen Beitrag mal mit einem Foto illustriert: Die Botschaft lautet: Mißbrauch ist strafbar!

15.04.21  Ich hab's provoziert: Selbstanzeige wegen Verstoß gegen die Ausgangssperre!

Rückmeldung dazu

In meiner Wut und in meinem völligen Unverständnis für bestimmte Maßnahmen hab' ich heute die "Flucht nach vorne" ergriffen: Ich hab' um ca. 22 Uhr die 110 gewählt und mich selbst des Verstoßes gegen das nächtliche Ausgangsverbot bezichtigt. "Sollen wir vorbeikommen?" hieß es. "Ja bitte", hab' ich gesagt, und tatsächlich stand dann so gegen 22:30 eine Streife vor meinem Haus. Ich hab' ihnen meinen Perso gegeben ("der läuft bald ab", wurde richtig bemerkt) und habe um eine Anzeige wegen Verstoßes gegen die nächtliche Ausgangssperre gebeten. Ich bin den Gehweg mehrmals rauf und runter gelaufen, damit mir niemand unterstellen kann, ich hätte ja nur kurz zum Briefkasten gewollt.

Aber: Die Beamten wollten es nicht als Gesetzesverstoß werten. Wir haben uns freundlich verabschiedet. Ich will eine solche Provokation auch nicht jeden Tag machen, denn sie trifft die falschen!

Aber es zeigt, wie weltfremd unsere politische Führung derzeit unterwegs ist. Was immer sie beschließen: Wenn der einzelne Bürger sagt: "Interessiert mich nicht", dann hat er ganz gute Karten. Das hab' ich heute ausprobiert. Statt immer mehr undifferenzierten Verbots-Quark anzuordnen, sollten die Verantwortlichen endlich mit wirksamen Maßnahmen in die Puschen kommen: Impfen, was das Zeug hält, mehr Pflegepersonal einstellen, Pflegepersonal besser bezahlen, u.s.w.


14.04.21  Ich würde liebend gerne mal wieder über was Anderes als Corona nörgeln!

Rückmeldung dazu

Zum Beispiel über den Affentanz, den sich gerade Armin Laschet und Markus Söder zur Kanzlerkandidatur liefern. Aber da halte ich mich im Detail raus. Mein einziger Wunsch: Es muss nach 16 Jahren "Mutti" mal wieder mal ein Mann werden, egal ob er Laschet, Söder, Merz, Brinkhaus, Habeck, Scholz oder Scheuer (Nein! Sorry: DER NICHT!) heißt. Aber für Annalena ist es nicht die richtige Zeit! Sie ist ja noch jung und kann's in 4 Jahren noch mal versuchen!

Ich würde übrigens z.B. neben Friedrich Merz auch Thomas de Maizière ganz ernsthaft für sehr geeignet halten, aber der wurde von Mutti zu oft rumgeschubst und hat nun die Schnauze voll. Er hat sein Buch geschrieben und keinen Bock mehr auf "Macht". Verständlich, aber irgendwie schade!

Sorry, jetzt bin ich kurz abgedriftet, denn eigentlich wollte ich ja zum fortgesetzten Corona-Wahnsinn in Deutschland nörgeln:

So dramatisch die Lage auch sein mag, so dilettantisch agiert die Regierung! Bei allen Maßnahmen, die rauf und runter diskutiert und in ein paar Tagen womöglich auch per Gesetz verankert werden: ALLES basiert auf dem "7-Tages-Inzidenzwert".

Eine Maßzahl, die für sich alleine GAR NICHTS aussagt. Sie sagt nicht, wie viele Menschen erkrankt sind, sie sagt nicht, wie viele Menschen schwere Verläufe hinnehmen müssen, sie sagt nichts über die Belastung unseres Gesundheitssystems aus.

Im Gegenteil: Sie sagt NUR, wie viele Menschen positiv getestet wurden. Und mit jeder Intensivierung der Tests (die ich ausdrücklich begrüße) steigen die Inzidenzen! Und ALLEINE auf dieser Zahl begründet man massivste Einschränkungen von Grundrechten!? Das kann doch nicht wahr sein!

Ich hätte kein Problem damit, wenn Maßnahmen aufgrund einer "Corona-Gefahrenzahl" erlassen würden, die alle Aspekte der Pandemie berücksichtigt. Also neben den Inzidenzen auch den "R-Wert", die Anzahl schwerer Fälle, die Todesfälle ("an oder mit Corona") und die Auslastung des Gesundheitssystems, speziell der Intensivbetten.

Jede Maßnahme müsste aber auch gut begründet werden. Eine generelle nächtliche Ausgangssperre z.B. kann überhaupt nicht rational begründet werden. Was z.B. trage ich zum Infektionsgeschehen bei, wenn ich um 22 Uhr alleine noch eine Runde "um den Block" drehe?

Es ist alles sowas von absurd!

Nachtrag 15.04.: Heute springen mir Detlev Krüger und Klaus Stöhr bei: In einem offenen Brief an die Bundesregierung kritisieren sie die alleinige Ausrichtung an der 7-Tages-Inzidenz: "Die im Gesetzesvorhaben vorgesehene Sieben-Tages-Inzidenz differenziert nicht, in welchen Altersgruppen, Lebensräumen und Bevölkerungsgruppen Infektionen auftreten. Eine gleich hohe Inzidenz kann dramatisch unterschiedliche Bedeutung haben. “

Warum kapiert das unsere Bundeskanzlerin nicht auch endlich?

Als Alternative zur 7-Tages-Inzidenz schlagen die beiden Virologie-Professoren vor: "Eine leicht zu bestimmende und zu kommunizierende Bemessungsgrundlage wäre die tägliche Anzahl der COVID-bedingten intensivstationären Neuaufnahmen."

Ob das alleine reicht, und wo da dann die Grenzwerte für die Anordnung bestimmter Maßnahmen gesetzt werden sollen, weiß ich auch nicht. Aber ein Expertengremium könnte doch binnen weniger Stunden ein vernünftiges "Bemessungskriterium" (ich hab's oben "Corona-Gefahrenzahl" genannt) entwickeln.

Warum zum Teufel passiert das nicht? Warum kleben alle an dieser nichtssagenden 7-Tages-Inzidenz? Es ist zum Verrückt-Werden!


06.04.21  Corona: Weiter Pauschal-Verbote statt evidenz-basierter Maßnahmen

Rückmeldung dazu

Die Politik wird nicht müde, immer neue Sprechblasen zu erfinden. So labert unser möglicher nächster Kanzler Armin Laschet derzeit von einem "Brücken-Lockdown". Na das ist ja mal ganz was Neues! Kathrin Göring-Eckhardt fordert lautstark einen "radikalen Wellenbrecher" - und meint damit weitere unspezifische Verbote.

Sogar von unserem "Innenhorst" Seehofer hört man mal wieder was: Er will ein Corona-Bundesgesetz, das er "innerhalb weniger Tage" auf demokratischem Weg durch Bundestag und Bundesrat peitschen will. Na dann lauf' dich schon mal warm, Horsti! Der Fehler ist aber schon jetzt klar erkennbar: Das Gesetz soll WIEDER NUR auf diesen bescheuerten "7-Tages-Inzidenzen" basiert werden, die überhaupt keine zuverlässige Aussage über die Entwicklung des Infektionsgeschehens, die Auslastung des Gesundheitssystems und die Quote schwerer bis tödlicher Krankheitsverläufe ermöglichen.

Der völlig willkürlich gewählte Inzidenz-Wert "100" entscheidet momentan über eine "Notbremse". In München haben wir heute die kuriose Situation, dass die meisten Geschäfte und auch Museen geschlossen bleiben müssen und wir eine nächtliche Ausgangssperre haben, weil letzte Woche am Mittwoch, Donnerstag und Freitag die Werte knapp über 100 waren. Das gilt, obwohl der Inzidenz-Wert jetzt schon seit 3 Tagen wieder UNTER 100 ist! Das kapiert doch keiner mehr! Das ist doch völliger Nonsens!

Im 30-Minuten-Takt höre ich in den Radio-Nachrichten, dass die Werte wieder steigen, dass die vierte Welle bevor stünde (obwohl keiner weiß, was eigentlich die 3. Welle war und wann sie vorbei ist) und dass dies und jenes getan (= verboten)  werden müsste ...

Schauen wir uns doch die Zahlen mal an: Und da gehe ich lieber auf die Seite der Johns Hopkins University als auf die des Roland Koch Instituts.

Die Zahl der "Daily Cases" wächst in Deutschland keinesfalls exponentiell, wie oft behauptet wird. Im Gegenteil: sie ist in den letzten Tagen stark gesunken. Was man auch sieht: Die Tageswerte sind stark zerklüftet. Während zu Beginn der Pandemie im März 2020 noch kontinuierlich Werte gemeldet wurden, haben sich die Gesundheitsämter offenbar seit Beginn der 2. Welle im Oktober 2020 trotz Ausrufung des Katastrophenfalls auf gemütliche Wochenenden eingerichtet. So wurden z.B. am Sonntag, 21.03. bundesweit nur 768 "Cases" gemeldet, am 28.03.1727, und am Karsamstag, 03.04. 3673, während der Mittelwert derzeit auf ca. 12.000 liegt (Tendenz fallend!). Und auf Basis dieser krass fehlerträchtigen Meldedaten wird entschieden, ob ich nachts auf die Straße gehen darf oder nicht! OK, die 7-Tages-Inzidenz mittelt das wieder ein bisschen aus.


(C) Johns Hopkins University

Die "Cases" sagen aber ja GAR nichts über die tatsächlichen Krankheitsverläufe aus. Durch vermehrte Tests (die ich ausdrücklich begrüße) steigen natürlich die Zahlen, denn dabei werden ja auch völlig symptomfreie Positive entdeckt. Die müssen dann so lange in Quarantäne gehen, bis sie wieder negativ sind. Gut so!

Aber es geht ja um schwere bis tödliche Verläufe. Laut DIVI-Intensiv-Register sind derzeit bundesweit ca. 10 bis 20% der Intensiv-Betten von Covid-Patienten belegt. In KEINEM Bundesland sind weniger als 10% der Intensiv-Betten frei. Und wie sieht's mit der Zahl der Fälle aus, die "an oder mit" Corona verstorben sind:


(C) Johns Hopkins University 

Da zeigt sich natürlich auch die Wochenend-Zerklüftung, aber viel wichtiger: Seit dem Maximum Mitte Januar geht es stetig nach unten. Seit Wochen haben wir nur mehr um oder sogar weit unter 250 Covid-Todesfälle pro Tag. Zum Vergleich: In Deutschland sterben im jahrelangen Durchschnitt täglich ca. 2.700 Menschen.

Die Ausreißer vom 19.01., 28.01. und 17.02. muss mir auch erst mal jemand erklären.

Fazit dieser etwas länglichen Nörgelei und Aufruf an die Politik: Testet und impft, was das Zeug hält, aber spart euch die Weltuntergangs-Prognosen! Ergreift wirksame Einzelmaßnahmen und verabschiedet euch endlich von dem 7-Tages-Inzidenzwert als alleinigem Kriterium!


27.03.21  Impf-Tourismus. Wie schräg ist das denn?

Rückmeldung dazu

Dass das mit der Impferei in Deutschland nur schleppend in Fahrt kommt, ist ja hinlänglich bekannt. Ein Trauerspiel!

Aber Schlupflöcher gibt's ja immer! Wenn jemand z.B. (nebenbei) US-Staatsbürger ist, dann jettet er halt mal eben schnell über den großen Teich und lässt sich dort impfen. Kein Problem! Sowas bestätigt mich wieder in meiner Abneigung gegen doppelte Staatsbürgerschaften.

Jetzt lese ich gerade, dass "Tausende" zur Gratis-Impfung nach Serbien reisen. Ob der Artikel sorgfältig recherchiert ist, weiß ich nicht. Aber wenn es denn so wäre, wäre es ein Skandal!

Die EU kriegt es nicht auf die Reihe, ihre Bürger zeitnah zu impfen, aber Nicht-EU-Länder bzw. Beitrittskandidaten bieten Impfungen an, sogar kostenlos? Und Reisen dorthin sind erlaubt, während ich mit meinem Camping-Bus weder einen innerdeutschen Campingplatz ansteuern kann (sind ja alle zu), noch auf irgend einem Parkplatz in Deutschland übernachten darf? Geht's noch? Bin ich im falschen Film? Also: nach Ostern geht's im VW-Bus zum Impfen nach Serbien!

Update 04.04.21: Nein, es wird wegen der Impfung NICHT im VW-Bus nach Serbien gehen, denn ich wurde HEUTE geimpft! Im Impfzentrum München, mit AstraZeneca. Dass ich jetzt doch so schnell einen Termin bekam, hat wohl 2 Gründe:

1.: Ich habe kürzlich angegeben, dass ich eine enge Kontaktperson einer Person mit Pflegegrad bin, die nicht in einer Einrichtung lebt. Das hat mich eine Stufe höher gebracht. Und meine Angaben stimmen ja auch!

2.: Ich war bereit, AstraZeneca zu nehmen. Das Zeug muss ja eh' weg ...

Bin ich jetzt ein Impf-Vordrängler? Da würden mich eure Meinungen sehr interessieren ...


22.03.21  Der dilettantische Corona-Verbots-Aktivismus geht weiter ...

Rückmeldung dazu

Heute tagt ja wieder mal die "MPK", eine Diskussionsrunde aus Bundeskanzlerin und Ministerpräsidenten, die keinerlei gesetzliche Legitimation hat. Im Grundgesetz kommt dieses "Gremium" nicht vor! Na gut, es kann ja nie schaden, wenn Menschen miteinander diskutieren. Aber: auf welcher gesetzlichen Grundlage werden hier im 4-Wochen-Takt massivste Einschränkungen von Grundrechten vorbesprochen und dann in den Parlamenten abgenickt? Auf welchen Evidenzen basieren die Maßnahmen? Sind sie angemessen? Sind sie zielgerichtet? Oder sind sie nur ein Feigenblatt, um das Versagen der Regierung(en), der Ministerien und der sonstigen Behörden zu kaschieren?

Hier kommt mir das heutige "Morning Briefing" von Gabor Steingart entgegen. Denn er sagt dazu:

Die Regierung hat sich im Irrgarten ihrer Inzidenzwerte verlaufen. Wie in Trance taumeln die Funktions- und Würdenträger in Berlin von einem Lockdown in den nächsten. Ein gestern Abend emittiertes Papier des Kanzleramtes schlägt ab einem Inzidenzwert von 100 eine nächtliche Ausgangssperre vor. Nur noch Menschen mit Passierschein dürften dann vor die Tür.

Mit den eigenen Verfehlungen in Sachen Corona-App, der nie umgesetzten Test- und der verpatzten Impfstrategie ist die Regierung großzügig, während sie das Volk auf immer neue Zumutungen einschwört: Wer jetzt Osterurlaub mache, so Olaf Scholz am Wochenende in der „Bild am Sonntag“, „gefährdet den Sommerurlaub von uns allen“. So wird der Bürger vom Opfer der Verhältnisse zu ihrem Täter umdefiniert.

Ganz meine Meinung, ich könnte es nicht besser formulieren.

Nachtrag am 24.03.: Offensichtlich gibt es doch noch eine Art von Korrektur-Mechanismus, um völlig absurde, kontraproduktive und in keiner Weise vom Gesetz gedeckte Hau-Ruck-Maßnahmen, die nachts um 3 verkündet werden, zurück zu nehmen. Die Bundeskanzlerin hat das heute in bemerkenswerter Offenheit getan. Aber: Sie hat die Aussage "es war mein Fehler" schon wieder verwässert mit dem Zusatz, "qua Amt" sei sie ja immer letztlich für alles verantwortlich.

Ob sie jetzt sofort zurücktritt, die Vertrauensfrage stellt, oder ihr letztes halbes Jahr noch aussitzt, spielt keine große Rolle. Wichtig wäre, dass sie die NOTWENDIGEN Maßnahmen vorantreibt: Impfstoff ranschaffen! Testkapazitäten schaffen! Haus- und Betriebsärzte SOFORT impfen lassen!

Und dass sie sich endlich verabschiedet vom Dogma der Inzidenzen! Diese Zahlenwerte alleine sagen GAR NICHTS! Sie müssen im Kontext mit anderen Parametern gesehen werden, z.B. der Belegung der Intensivbetten (lt. DIVI sind im Schnitt nur ca. 15% von Corona-Patienten belegt, das Maximum liegt mit 23,7% in Thüringen, das Minimum mit 6% in Schleswig-Holstein). Von einer Corona-bedingten Überlastung des Gesundheitssystems kann derzeit keine Rede sein.


10.03.21  Equal Pay Day - Sind Frauen tatsächlich so benachteiligt?

Rückmeldung dazu

Heute ist also wieder der "Equal Pay Day", das ist der Tag, bis zu dem Frauen rechnerisch kostenlos arbeiten, um dann bis zum Ende des Jahres wieder mit ihren männlichen Kollegen gleichzuziehen. Ich muss zugeben, dass ich mich mit der Definition des "Equal Pay Day" schwerer tue als mit dem ähnlich gelagerten "Steuerzahlergedenktag".

Aber beiden ist gemein: es sind rein rechnerische Daten, und je früher das Datum, umso besser! Also am besten 1. Januar! Für den Equal Pay Day würde das bedeuten, dass absolute Geschlechter-Gerechtigkeit besteht: Also Frauen, Männer und Diverse (die bleiben ja bei solchen Debatten gern außen vor) werden exakt gleich bezahlt.

Für den "Steuerzahlergedenktag" würde das Datum 1. Januar bedeuten, dass wir zu 100% in unsere eigenen Taschen wirtschaften, also keinerlei Abgaben bezahlen. Das ist natürlich utopisch und auch nicht erstrebenswert. Für den Steuerzahlergedenktag würde ich mir wünschen, dass er vom 9. Juli (2020) wieder auf den 1. Juni (wie 1960) zurück wandert.

Aber zurück zum "Equal Pay Day". Das aktuelle Datum 10. März (immerhin der niedrigste Wert seit 13 Jahren!)  bedeutet, dass Frauen für ein bestimmtes Einkommen pro Jahr (theoretisch) 365 Tage arbeiten müssen, Männer aber nur 296 Tage. Das entspricht der Pauschalaussage: Frauen verdienen 18% weniger als Männer.

Das lasse ich so aber nicht gelten. Es kommt immer darauf an! Es gibt sicherlich (zu) schlecht bezahlte Beschäftigungen mit sehr hohem Frauenanteil (Friseure, Pflegeberufe, auch Einzelhandel), aber: verdienen Männer, die in diesen Berufen arbeiten, dort mehr als Frauen?

Tarifverträge: ich bin da zwar nicht firm, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass Gewerkschaften Tarifverträgen zustimmen würden, die unterschiedliche Entlohnungen für m/w/d vorsehen.

Beamte: meines Wissens gelten die Besoldungs-Richtlinien seit vielen Jahren völlig geschlechter-neutral

Freie Wirtschaft: Hier werden individuelle Arbeitsverträge abgeschlossen. Jeder Mann und jede Frau kann individuell aushandeln, zu welchen Konditionen er/sie/es einen Vertrag abschließt. Ich glaube nicht, dass die Personalabteilungen von Vorneherein einen "Frauen-Abschlag" eingepreist haben. Im Radio habe ich heute gehört, dass Frauen oft weniger hart verhandeln als Männer. Das kann gut sein! Andererseits können besonders "tough"e, qualifizierte und selbstbewusste Frauen durchaus auch mehr verdienen als ihre gleich qualifizierten männlichen Kollegen.

Mein Fazit: Selbst ist die Frau!


04.03.21  Bayerisches Corona Impfprogramm: Wer ist Peter Steiert? Und was tut er?

Rückmeldung dazu

Es kennt ihn wahrscheinlich niemand. Aber er ist DER Verantwortliche für die Registrierungsseite des Bayerischen Corona-Impfprogramms: https://impfzentren.bayern.

Und da gibt's ja durchaus was zu monieren! Aber Herr Steiert möchte da wohl aus dem Hintergrund heraus agieren, wenn überhaupt. Selbst im Impressum der Seite gibt's keine Mail-Adresse, an die man sich wenden könnte. Sehr seltsam, wenn nicht sogar unzulässig!

Ich fordere Herrn Steiert hiermit auf (der liest das hier natürlich nicht), für mehr Transparenz auf den Internet-Seiten der Bayerischen Impfzentren zu sorgen: Wer ist jeweils verantwortlich? Wie kann man den Verantwortlichen erreichen?


26.09.21  Bundestagswahl und neuer Kanzler

Rückmeldung dazu

Zugegeben: es ist etwas früh, das zum Thema zu machen, weil ja bisher nur die SPD verkündet hat, dass Olaf Scholz Kanzler werden wird.

Die anderen halten sich da noch bedeckt:

- Die Grünen werden partei-intern und basisdemokratisch entscheiden, ob es Robert oder Annalena werden soll. Ist aber egal: Keiner von beiden wird's werden!
- Die FDP muss sich um solche Lappalien nicht kümmern, sie geht wohl wieder in die Opposition. Oder hat sie doch ein minimales Interesse, an einer künftigen
  Regierung beteiligt zu sein?
- Die AfD ist ja mit sich selbst beschäftigt, wie seinerzeit die Grünen. Ich glaube nicht, dass sie es schaffen werden, sich rechtzeitig vom ihrem rechtsradikalen
  Gesockse zu distanzieren. Schade!

Hab' ich jemanden vergessen? Ach ja, da ist ja auch noch die "Union", dieses kuriose Parteien-Duett, das sich nicht entschließen kann, entweder bundesweit anzutreten, z.B. als CDSU, oder sich klar als 2 getrennte Parteien aufzustellen. Im ersten Fall könnte jeder Wahlberechtigte bundesweit CDSU wählen, im zweiten Fall könnte ich in Bayern CDU wählen, und ein Hamburger könnte CSU wählen. Das haben sie aber nicht im Kreuz! Statt dessen lavieren sie seit Straußens Zeiten in einer Art Haßliebe neben-, mit-, oder gegeneinander. Aus meiner Sicht ein NoGo!

Mir ist es mittlerweile ziemlich wurscht, denn ich wähle sowieso nicht mehr. Jedenfalls keine der etablierten Parteien. Denn die Parteien haben es geschafft, die größte Errungenschaft der Demokratie, "freie Wahlen", zu pervertieren bzw. nach ihrem Gutdünken zu "interpretieren".

Wenn ich bei der Bundestagswahl irgendwo mein Kreuzerl mache, weiß ich doch gar nicht, wie es sich auswirkt! Denn die Parteien sind ja gar nicht gewillt, VOR der Wahl Koalitionsaussagen zu machen. Obwohl das anhand inhaltlicher Positionen ganz einfach möglich wäre. Kurzum: ich fühle mich von den Parteien verarscht.

Ich hätt' einen Vorschlag, wie es ganz einfach gehen könnte: Koalitionen wählen statt Parteien. Aber auf mich hört ja keiner! Ich erklär's euch gerne in ein paar Monaten nochmal, aber das wird wohl auch nichts mehr nützen.

Ich selbst werde - wie gesagt - NICHT wählen, und wenn doch, allenfalls einen Außenseiter. Als nächsten Bundeskanzler wünsche ich mir nur: Einen MANN!


08.02.21  Was macht eigentlich ... Dorothee Bär (CSU) ?

Rückmeldung dazu

Seit Dezember 2013 war sie Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur im Kabinett Merkel III, seit März 2018 ist sie Staatsministerin bei der Bundeskanzlerin und Beauftragte der Bundesregierung für Digitalisierung.

Seither fiel sie vor allem für ihre Vision von Flugtaxis auf (2018) und bei einem Auftritt im Latex-Kleid anlässlich einer Gala zum Deutschen Computerspielepreis (2019).

Vor gut einem Jahr hab ich sie mal angeschrieben, weil die "AusweisApp" des "neuen Perso" seit über 9 (!) Jahren immer noch nicht vernünftig funktioniert (oder hat jemand positive Erfahrungen damit? Bitte um Rückmeldung!). Da hat sie sogar geantwortet: "Auch ich bin mit der Prozesssicherheit der Ausweisapp 2 noch nicht zufrieden ..."

Auf eine weitere Rückfrage kam dann aber nix mehr, und ich schätze mal, mit der AusweisApp ist seither nicht viel passiert. Denn dann kam ja Corona! Genau, und da hätte es uns verdammt viel gebracht, wenn wir digital besser aufgestellt gewesen wären und uns nicht erst jetzt im "Merkelschen Neuland" zurecht finden müssten.

Nur zur Erinnerung: Seit 2013 ist Dorothee Bär auf Bundesebene für digitale Infrastruktur zuständig! Der flächendeckende Ausbau von Breitband-Internet war aber offenbar nie so ihr Ding.

Jetzt aber geht's um Leben und Tod: Das Corona-Virus beeinträchtigt unser Leben seit über einem Jahr massiv. Und inzwischen: Es GIBT Impfstoffe, es GIBT Impfzentren, und es GIBT die Möglichkeit, sich digital für einen Impftermin anzumelden. Aber: Um meine Eltern Online anzumelden, brauchte ich für beide jeweils eine eigene eMail-Adresse, aus "Datenschutzgründen", wie es heißt.

Da konnte ich's mir doch nicht verkneifen, mal wieder ein Mail an die Beauftragte der Bundesregierung für Digitalisierung zu schreiben. Hier nur ein Auszug:

...
 Ich brauche Ihnen als datentechnische Expertin sicherlich nicht zu erklären, dass eine eMail-Adresse KEINERLEI Aussage über die dahinterstehende Person hat: Ich kann beliebig viele eMail-Adressen generieren, die sich ALLE auf meine Person beziehen, ich kann eMail-Adressen generieren, die sich auf andere Personen beziehen, deren Mails aber dann trotzdem bei mir ankommen (so habe ich es jetzt zwangsweise bei meinen Eltern gemacht), ja ich könnte sogar SIE unter einer von mir generierten eMail-Adresse für das Bayerische Impfprogramm registrieren. Dass jede Person für die Phase der Registrierung eine eigene eMail-Adresse braucht, ist – mit Verlaub - Völliger Bullshit!
...

Da kam leider noch nix zurück, und wird es wahrscheinlich auch nicht.

Update 10.02.: Jenseits von Dorothee Bär und ihrer digitalen Infrastruktur: Ich konnte auf der Bayerischen Impfplattform inzwischen Termine für meine Eltern buchen. Prinzipiell hat alles geklappt. Meine Mutter wurde gestern geimpft! Auch der 2. Termin ist schon gebucht.

Bei aller Nörgelei. Es funktioniert überraschend gut!

Ob die von mir kritisierten individuellen eMail-Adressen aus Datenschutz-Gründen notwendig waren? Dorothee Bär wird's wissen - oder auch nicht.


05.02.21  Bella Italia

Rückmeldung dazu

Regierungskrise in Italien? Ist ja nix Neues, gähn! Sage und schreibe 66 verschiedene Regierungen hat sich das Land von Pasta und Pizza, von Azzuro und Amore, von  Mediterraneo und Mafia seit 1946 geleistet. Also im Schnitt knapp alle 14 Monate eine neue. Egal!

Ungewöhnlich ist aber jetzt der Grund des jüngsten Zerwürfnisses: Man war sich nicht einig, wie man die über 200 Mrd. Corona- Hilfen der EU verwenden möchte (ich schreib' solche astronomischen Summen gelegentlich mal gerne aus: es sind 200 Tausend Millionen, bzw. 200.000.000.000,00 €).

Und jetzt streiten sich die Katzelmacher, wie sie das Geld verwenden wollen, und deswegen stürzt die Regierung!? Da kann man schon mal auf den Gedanken kommen, ob es nicht besser gewesen wäre, die EU hätte das viele (nicht vorhandene) Geld zugunsten der politischen Stabilität Italiens besser gar nicht erst ausgegeben. Wenn's nix gibt, kann man sich auch nicht drüber streiten! Das hätte ich ganz klar bevorzugt.

Damit aber nicht genug: Ausgerechnet Mario Draghi, der Mann, der an der Spitze der EZB über viele Jahre mit seiner Nullzinspolitik Millionen kleiner Sparer "enteignet" hat, der im Umfang von Billionen € (hier spare ich mir jetzt die Angabe der Nullen) faule Staatsanleihen aufgekauft hat, der die Notenpressen in einem seit Weltkriegszeiten nicht mehr gekannten Ausmaß angeworfen hat, ausgerechnet dieser Mann soll's nun richten?

Ich bin sprachlos (na ja, nicht ganz. Auf dieser Nörgelseite kann ich ja schreiben, was ich will), und fassungslos!


09.01.21  FFP2-Maske gefällig?

Rückmeldung dazu

Es ist inzwischen allgemeiner Konsens, dass FFP2-Masken sowohl den Träger als auch dessen Kontaktpersonen besser schützen als dünne OP-Masken oder Stoffmasken. Es gibt auch genügend davon und der Preis pro Maske liegt bei höchstens 2 €. Warum verkauft man sie dann nicht einfach in Supermärkten, Discountern und Drogeriemärkten neben dem Klopapier? Von mir aus auch in Apotheken, oder in Baumärkten - ach so, letztere sind ja bis auf Weiteres geschlossen ...

Aber nein, es muss eine Gratisaktion der Regierung sein! Dafür, dass Angehörige der Risikogruppen bis ca. April jeweils 15 solcher Masken kostenlos bekommen können, nimmt man ohne Zögern großes - wenngleich nicht vorhandenes - Geld in die Hand.

Die Blitzaktion Mitte Dezember hat nicht nur die Apotheker vor massive logistische Herausforderungen gestellt, weil sie ganz kurzfristig kam und nicht abgesprochen war, sondern sie hat auch vielerorts zu Gedränge vor den Apotheken und zu einem Horten der FFP2-Masken geführt. Man brauchte ja nur 10 Apotheken abzuklappern, und schon hatte man 30 kostenlose Masken statt der vorgesehenen 3. Eine Apothekerin hat mir bestätigt: "Das machen die Leute auch!"

Bei den weiteren 12 Masken pro Person soll jetzt natürlich alles ganz korrekt ablaufen. Und da kleckert unsere Regierung auch nicht! Für den Druck der ca. 50 Millionen Sicherheits-Coupons ist die Bundesdruckerei (BuDru) beauftragt (die stellen normalerweise Banknoten, Personalausweise und Reisepässe her, jetzt aber auch Sicherheitscoupons für Billigartikel. Nicht unbedingt deren Kernkompetenz). Dann kommen die Krankenkassen mit ins Boot: Die sollen jetzt unter ihren Versicherten die Angehörigen von Risikogruppen rausfiltern, diese dann anschreiben und ihnen in 2 zeitlich getrennten Aktionen je einen BuDru-Coupon (gültig für 6 Masken) zustellen.

Die so Beglückten können sich dann in der Apotheke ihres Vertrauens ihre Gratismasken abholen. Und hier klingeln dann auch die Apothekenkassen, denn pro Maske erstattet die Regierung den Apotheken 6 €, also mindestens den 3-fachen Marktpreis. Macht ja nix, ist eh' schon wurscht, der Steuerzahler hat's ja!

Bisher hab' ich das teure nachweihnachtliche Geschenk-Projekt der Regierung aber nur in der Theorie dargestellt. Erste Abweichungen zeichnen sich schon ab: Die BuDru ist mit dem Druck der Coupons bereits in Verzug. Und weiß sie, wie viele Exemplare sie an welche Krankenversicherung schicken muss? Sind die Krankenkassen überhaupt auf diese Mailing-Aktionen vorbereitet? Ich fürchte, wer seine 3 Masken von Mitte Dezember schon "verbraucht" hat, der wird sich noch etwas gedulden müssen.

Oder er bestellt sich selbst einen Vorrat im Online-Handel, für teils unter 1 € pro Stück.

Ich werde den weiteren Verlauf dieser Aktion natürlich genau verfolgen (für 3 berechtigte Personen aus meinem Umfeld) und bin dann mal sehr gespannt, was am Ende die einzelne Maske den Steuerzahler gekostet haben wird.

Bei allen guten Absichten, die Devise scheint mir hier zu sein: "Warum einfach und günstig, wenn's auch kompliziert und teuer geht?"

Nachtrag am 02.02.: Ich habe immer noch keine Gutscheine für die mir zustehenden 12 FFP2-Masken bekommen. Meine Krankenkasse bedauert das und weist darauf hin, dass die Coupons der BuDru nur in Chargen verschickt würden und es gerade keine gäbe. Inzwischen gibt es wohl 34 Millionen Anspruchsberechtigte, also ca. 40% unserer Bevölkerung! Die Kosten dieser völlig überteuerten Nonsens-Aktion werden sich auf weit über 3 Mrd € belaufen. Wettet jemand dagegen?

Nachtrag am 08.02.: Letzte Woche hab' ich meine Gutscheine bekommen und mir heute 6 Masken abgeholt. Kürzlich hat eine Politikerin in einer Talkshow die Maskenaktion der Bundesregierung in höchsten Tönen gelobt. Nachgerechnet hat sie wohl eher nicht!

Nachtrag am 19.02.: Von einem aktuellen Bericht des Bundes der Steuerzahler fühle ich mich 100%ig bestätigt. Der BdSt kommt zu dem Schluss: "Die eigenverantwort- liche Beschaffung der Masken über bewährte Wege des Handels ohne staatliche Einmischung und Gutscheine wäre der bessere Weg gewesen" und rechnet mit Gesamtkosten von 3 Mrd € für den Steuerzahler: https://www.steuerzahler.de/aktuelles/detail/verteilung-von-ffp2-masken/

Nachtrag am 22.03.: Bei ALDI gibt's seit ein paar Wochen FFP2-Masken im 10er-Pack zu 3,99 €, also 39 Cent pro Stück. Mehr sag' i ned!


2020        
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