(Titelbild in Anlehnung an www.rannenbergundfriends.de)

Letztes Update: 19.02.21


INTRO

Rückmeldung dazu

Vor etlichen Jahren hat mir mal jemand ein Brillenputztuch geschenkt mit dem Spruch: "Wenn ich alt bin, werde ich nur nörgeln. Das wird ein Spaß!" Das Putztuch hängt seit Jahren an der Pinwand über meinem Klo, und jetzt hole ich's dort raus, denn es sind alle Voraussetzungen erfüllt: Ich bin alt, muss immer öfter meine Brille putzen -  und ich nörgele gern! Wobei ich das Wort "Nörgeln" auf Kritik an gesellschaftlichen und politischen Zuständen ausgedehnt sehen möchte.

Schon seit Jahren "nörgele" ich auf Kommentarseiten von Online-Medien, z.B. bei welt.de. Da hat man mir aber auch schon den ein oder anderen Maulkorb verpasst. Deshalb hab' ich mir gedacht: Mach' ich halt meine eigene Nörgelseite auf. Da kann ich schreiben, was ich will! Wer's dann liest, ist natürlich eine andere Frage ...

Jetzt geht's jedenfalls los mit der Nörgelei auf der neuen Seite. Sozusagen der "politische Arm" von Gerhards Homepage. Technisch bleibe ich im bewährten "Retro"-Design. Ich werde hier also kein Diskussionsforum etablieren. Aber: Zu jedem Beitrag gibt's einen Rückmelde-Button. Da könnt ihr mir per eMail eure Meinung schicken und auch dazu sagen, ob ich sie veröffentlichen darf oder nicht. Echt-Namen und eMail-Adressen werde ich hier NIE veröffentlichen, allenfalls Initialen oder von euch genannte "Alias-Namen".

Und: Es gibt auf dieser Seite keine Fotos oder Grafiken. Die Diskussionen sind textbasiert. Evtl. Links setze ich natürlich um, auch meine eigenen Beiträge können Links enthalten.


Das Original-Putztuch


26.09.21  Bundestagswahl und neuer Kanzler

Rückmeldung dazu

Zugegeben: es ist etwas früh, das zum Thema zu machen, weil ja bisher nur die SPD verkündet hat, dass Olaf Scholz Kanzler werden wird.

Die anderen halten sich da noch bedeckt:

- Die Grünen werden partei-intern und basisdemokratisch entscheiden, ob es Robert oder Annalena werden soll. Ist aber egal: Keiner von beiden wird's werden!
- Die FDP muss sich um solche Lappalien nicht kümmern, sie geht wohl wieder in die Opposition. Oder hat sie doch ein minimales Interesse, an einer künftigen
  Regierung beteiligt zu sein?
- Die AfD ist ja mit sich selbst beschäftigt, wie seinerzeit die Grünen. Ich glaube nicht, dass sie es schaffen werden, sich rechtzeitig vom ihrem rechtsradikalen
  Gesockse zu distanzieren. Schade!

Hab' ich jemanden vergessen? Ach ja, da ist ja auch noch die "Union", dieses kuriose Parteien-Duett, das sich nicht entschließen kann, entweder bundesweit anzutreten, z.B. als CDSU, oder sich klar als 2 getrennte Parteien aufzustellen. Im ersten Fall könnte jeder Wahlberechtigte bundesweit CDSU wählen, im zweiten Fall könnte ich in Bayern CDU wählen, und ein Hamburger könnte CSU wählen. Das haben sie aber nicht im Kreuz! Statt dessen lavieren sie seit Straußens Zeiten in einer Art Haßliebe neben-, mit-, oder gegeneinander. Aus meiner Sicht ein NoGo!

Mir ist es mittlerweile ziemlich wurscht, denn ich wähle sowieso nicht mehr. Jedenfalls keine der etablierten Parteien. Denn die Parteien haben es geschafft, die größte Errungenschaft der Demokratie, "freie Wahlen", zu pervertieren bzw. nach ihrem Gutdünken zu "interpretieren".

Wenn ich bei der Bundestagswahl irgendwo mein Kreuzerl mache, weiß ich doch gar nicht, wie es sich auswirkt! Denn die Parteien sind ja gar nicht gewillt, VOR der Wahl Koalitionsaussagen zu machen. Obwohl das anhand inhaltlicher Positionen ganz einfach möglich wäre. Kurzum: ich fühle mich von den Parteien verarscht.

Ich hätt' einen Vorschlag, wie es ganz einfach gehen könnte: Koalitionen wählen statt Parteien. Aber auf mich hört ja keiner! Ich erklär's euch gerne in ein paar Monaten nochmal, aber das wird wohl auch nichts mehr nützen.

Ich selbst werde - wie gesagt - NICHT wählen, und wenn doch, allenfalls einen Außenseiter. Als nächsten Bundeskanzler wünsche ich mir nur: Einen MANN!


08.02.21  Was macht eigentlich ... Dorothee Bär (CSU) ?

Rückmeldung dazu

Seit Dezember 2013 war sie Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur im Kabinett Merkel III, seit März 2018 ist sie Staatsministerin bei der Bundeskanzlerin und Beauftragte der Bundesregierung für Digitalisierung.

Seither fiel sie vor allem für ihre Vision von Flugtaxis auf (2018) und bei einem Auftritt im Latex-Kleid anlässlich einer Gala zum Deutschen Computerspielepreis (2019).

Vor gut einem Jahr hab ich sie mal angeschrieben, weil die "AusweisApp" des "neuen Perso" seit über 9 (!) Jahren immer noch nicht vernünftig funktioniert (oder hat jemand positive Erfahrungen damit? Bitte um Rückmeldung!). Da hat sie sogar geantwortet: "Auch ich bin mit der Prozesssicherheit der Ausweisapp 2 noch nicht zufrieden ..."

Auf eine weitere Rückfrage kam dann aber nix mehr, und ich schätze mal, mit der AusweisApp ist seither nicht viel passiert. Denn dann kam ja Corona! Genau, und da hätte es uns verdammt viel gebracht, wenn wir digital besser aufgestellt gewesen wären und uns nicht erst jetzt im "Merkelschen Neuland" zurecht finden müssten.

Nur zur Erinnerung: Seit 2013 ist Dorothee Bär auf Bundesebene für digitale Infrastruktur zuständig! Der flächendeckende Ausbau von Breitband-Internet war aber offenbar nie so ihr Ding.

Jetzt aber geht's um Leben und Tod: Das Corona-Virus beeinträchtigt unser Leben seit über einem Jahr massiv. Und inzwischen: Es GIBT Impfstoffe, es GIBT Impfzentren, und es GIBT die Möglichkeit, sich digital für einen Impftermin anzumelden. Aber: Um meine Eltern Online anzumelden, brauchte ich für beide jeweils eine eigene eMail-Adresse, aus "Datenschutzgründen", wie es heißt.

Da konnte ich's mir doch nicht verkneifen, mal wieder ein Mail an die Beauftragte der Bundesregierung für Digitalisierung zu schreiben. Hier nur ein Auszug:

...
 Ich brauche Ihnen als datentechnische Expertin sicherlich nicht zu erklären, dass eine eMail-Adresse KEINERLEI Aussage über die dahinterstehende Person hat: Ich kann beliebig viele eMail-Adressen generieren, die sich ALLE auf meine Person beziehen, ich kann eMail-Adressen generieren, die sich auf andere Personen beziehen, deren Mails aber dann trotzdem bei mir ankommen (so habe ich es jetzt zwangsweise bei meinen Eltern gemacht), ja ich könnte sogar SIE unter einer von mir generierten eMail-Adresse für das Bayerische Impfprogramm registrieren. Dass jede Person für die Phase der Registrierung eine eigene eMail-Adresse braucht, ist – mit Verlaub - Völliger Bullshit!
...

Da kam leider noch nix zurück, und wird es wahrscheinlich auch nicht.

Update 10.02.: Jenseits von Dorothee Bär und ihrer digitalen Infrastruktur: Ich konnte auf der Bayerischen Impfplattform inzwischen Termine für meine Eltern buchen. Prinzipiell hat alles geklappt. Meine Mutter wurde gestern geimpft! Auch der 2. Termin ist schon gebucht.

Bei aller Nörgelei. Es funktioniert überraschend gut!

Ob die von mir kritisierten individuellen eMail-Adressen aus Datenschutz-Gründen notwendig waren? Dorothee Bär wird's wissen - oder auch nicht.


05.02.21  Bella Italia

Rückmeldung dazu

Regierungskrise in Italien? Ist ja nix Neues, gähn! Sage und schreibe 66 verschiedene Regierungen hat sich das Land von Pasta und Pizza, von Azzuro und Amore, von  Mediterraneo und Mafia seit 1946 geleistet. Also im Schnitt knapp alle 14 Monate eine neue. Egal!

Ungewöhnlich ist aber jetzt der Grund des jüngsten Zerwürfnisses: Man war sich nicht einig, wie man die über 200 Mrd. Corona- Hilfen der EU verwenden möchte (ich schreib' solche astronomischen Summen gelegentlich mal gerne aus: es sind 200 Tausend Millionen, bzw. 200.000.000.000,00 €).

Und jetzt streiten sich die Katzelmacher, wie sie das Geld verwenden wollen, und deswegen stürzt die Regierung!? Da kann man schon mal auf den Gedanken kommen, ob es nicht besser gewesen wäre, die EU hätte das viele (nicht vorhandene) Geld zugunsten der politischen Stabilität Italiens besser gar nicht erst ausgegeben. Wenn's nix gibt, kann man sich auch nicht drüber streiten! Das hätte ich ganz klar bevorzugt.

Damit aber nicht genug: Ausgerechnet Mario Draghi, der Mann, der an der Spitze der EZB über viele Jahre mit seiner Nullzinspolitik Millionen kleiner Sparer "enteignet" hat, der im Umfang von Billionen € (hier spare ich mir jetzt die Angabe der Nullen) faule Staatsanleihen aufgekauft hat, der die Notenpressen in einem seit Weltkriegszeiten nicht mehr gekannten Ausmaß angeworfen hat, ausgerechnet dieser Mann soll's nun richten?

Ich bin sprachlos (na ja, nicht ganz. Auf dieser Nörgelseite kann ich ja schreiben, was ich will), und fassungslos!


09.01.21  FFP2-Maske gefällig?

Rückmeldung dazu

Es ist inzwischen allgemeiner Konsens, dass FFP2-Masken sowohl den Träger als auch dessen Kontaktpersonen besser schützen als dünne OP-Masken oder Stoffmasken. Es gibt auch genügend davon und der Preis pro Maske liegt bei höchstens 2 €. Warum verkauft man sie dann nicht einfach in Supermärkten, Discountern und Drogeriemärkten neben dem Klopapier? Von mir aus auch in Apotheken, oder in Baumärkten - ach so, letztere sind ja bis auf Weiteres geschlossen ...

Aber nein, es muss eine Gratisaktion der Regierung sein! Dafür, dass Angehörige der Risikogruppen bis ca. April jeweils 15 solcher Masken kostenlos bekommen können, nimmt man ohne Zögern großes - wenngleich nicht vorhandenes - Geld in die Hand.

Die Blitzaktion Mitte Dezember hat nicht nur die Apotheker vor massive logistische Herausforderungen gestellt, weil sie ganz kurzfristig kam und nicht abgesprochen war, sondern sie hat auch vielerorts zu Gedränge vor den Apotheken und zu einem Horten der FFP2-Masken geführt. Man brauchte ja nur 10 Apotheken abzuklappern, und schon hatte man 30 kostenlose Masken statt der vorgesehenen 3. Eine Apothekerin hat mir bestätigt: "Das machen die Leute auch!"

Bei den weiteren 12 Masken pro Person soll jetzt natürlich alles ganz korrekt ablaufen. Und da kleckert unsere Regierung auch nicht! Für den Druck der ca. 50 Millionen Sicherheits-Coupons ist die Bundesdruckerei (BuDru) beauftragt (die stellen normalerweise Banknoten, Personalausweise und Reisepässe her, jetzt aber auch Sicherheitscoupons für Billigartikel. Nicht unbedingt deren Kernkompetenz). Dann kommen die Krankenkassen mit ins Boot: Die sollen jetzt unter ihren Versicherten die Angehörigen von Risikogruppen rausfiltern, diese dann anschreiben und ihnen in 2 zeitlich getrennten Aktionen je einen BuDru-Coupon (gültig für 6 Masken) zustellen.

Die so Beglückten können sich dann in der Apotheke ihres Vertrauens ihre Gratismasken abholen. Und hier klingeln dann auch die Apothekenkassen, denn pro Maske erstattet die Regierung den Apotheken 6 €, also mindestens den 3-fachen Marktpreis. Macht ja nix, ist eh' schon wurscht, der Steuerzahler hat's ja!

Bisher hab' ich das teure nachweihnachtliche Geschenk-Projekt der Regierung aber nur in der Theorie dargestellt. Erste Abweichungen zeichnen sich schon ab: Die BuDru ist mit dem Druck der Coupons bereits in Verzug. Und weiß sie, wie viele Exemplare sie an welche Krankenversicherung schicken muss? Sind die Krankenkassen überhaupt auf diese Mailing-Aktionen vorbereitet? Ich fürchte, wer seine 3 Masken von Mitte Dezember schon "verbraucht" hat, der wird sich noch etwas gedulden müssen.

Oder er bestellt sich selbst einen Vorrat im Online-Handel, für teils unter 1 € pro Stück.

Ich werde den weiteren Verlauf dieser Aktion natürlich genau verfolgen (für 3 berechtigte Personen aus meinem Umfeld) und bin dann mal sehr gespannt, was am Ende die einzelne Maske den Steuerzahler gekostet haben wird.

Bei allen guten Absichten, die Devise scheint mir hier zu sein: "Warum einfach und günstig, wenn's auch kompliziert und teuer geht?"

Nachtrag am 02.02.: Ich habe immer noch keine Gutscheine für die mir zustehenden 12 FFP2-Masken bekommen. Meine Krankenkasse bedauert das und weist darauf hin, dass die Coupons der BuDru nur in Chargen verschickt würden und es gerade keine gäbe. Inzwischen gibt es wohl 34 Millionen Anspruchsberechtigte, also ca. 40% unserer Bevölkerung! Die Kosten dieser völlig überteuerten Nonsens-Aktion werden sich auf weit über 3 Mrd € belaufen. Wettet jemand dagegen?

Nachtrag am 08.02.: Letzte Woche hab' ich meine Gutscheine bekommen und mir heute 6 Masken abgeholt. Kürzlich hat eine Politikerin in einer Talkshow die Maskenaktion der Bundesregierung in höchsten Tönen gelobt. Nachgerechnet hat sie wohl eher nicht!

Nachtrag am 19.02.: Von einem aktuellen Bericht des Bundes der Steuerzahler fühle ich mich 100%ig bestätigt. Der BdSt kommt zu dem Schluss: "Die eigenverantwort- liche Beschaffung der Masken über bewährte Wege des Handels ohne staatliche Einmischung und Gutscheine wäre der bessere Weg gewesen" und rechnet mit Gesamtkosten von 3 Mrd € für den Steuerzahler: https://www.steuerzahler.de/aktuelles/detail/verteilung-von-ffp2-masken/

28.12.20  Gender-Wahn in der Deutschen Sprache

Rückmeldung dazu

Jetzt hab' ich ein paar Tage Ruhe gegeben, aber ein Artikel im SZ-Magazin vom 22.12. hat mir eine Steilvorlage geliefert, um - wie bereits am 18.12. angekündigt - zum Thema Gender-Wahn rumzunörgeln.

Da sagt doch eine "feministische Linguistin" namens Luise F. Pusch im Interview: "Unsere Grammatik widerspricht dem Grundgesetz". Sie toppt damit alles, was ich an Widersinn in der ganzen Gender-Debatte schon festgestellt hatte. Sie sagt z.B., alleine die Reihenfolge der Artikel "der, die, das" diskriminiere das weibliche Geschlecht, sie sagt weiter, in der Deklination weiblicher Substantive sei das weibliche Geschlecht benachteiligt, weil es hier nur 2 Formen gebe gegenüber 4 Formen bei männlichen   Substantiven. Und sie versteigt sich sogar zu der These, dass in einem Satz wie: "Der Frau vertraue ich." das "der" (Dativ, wem oder was?) männlich gemeint sei. Im Übrigen möchte sie auch, dass das "Gender-Sternchen" erst am Ende des Wortes angefügt wird, also z.B. "Lehrerin*" statt "Lehrer*in". Begründung: Das Sternchen in der Mitte würde die "schöne feministische Anmutung" zerstören. Und sie legt noch eins drauf: "Wenn man sagen könnte "Der Arzt, die Arzt, das Arzt", hätte man sich die ganze Gender-Diskussion sparen können. Das wolle sie aber auch nicht, weil dabei der feministische Aspekt nicht klar rauskomme.

Die Frau hat doch eine:n an der Waffel (pardon: an die Waffel)!

Jetzt komme ich zu meiner Argumentation: In der deutschen und in vielen anderen Sprachen unterscheidet man (sorry: auch frau) nach grammatikalischen Geschlechtern (der, die, das), das hat aber mit natürlichen Geschlechtern (männlich, weiblich, divers) nur bedingt was zu tun. Bei Begriffen, die sich nicht auf Menschen beziehen, wird das grammatikalische Geschlecht beliebig vergeben. Der Mond ist z.B. in französisch La Lune, Die Sonne ist Le Soleil.

Wenn man das Wort "Mensch" verwendet, müsste man ja für weibliche Menschen sagen: "die Menschin", und für "diverse" Menschen: "das Mensch". Wenn mich jemand  als "Person" bezeichnet, müsste ich auf die Barrikaden gehen, denn "die Person" ist ja weiblich, und das bin ich definitiv nicht!    

Alle Anstrengungen, die deutsche Sprache gender-korrekt zu machen, halte ich für komplett überflüssig. Meine Leser und Leserinnen, meine Leserinnen und Leser, meine LeserInnen, meine Leser*innen, meine Leser_innen, meine Leser:innen - und meine Leserinnen* mögen da anderer Meinung sein, aber ich bleibe bei meiner bisherigen Sprache. Wenn ich von "Läufern" rede, meine ich natürlich auch Läuferinnen. Ich gebrauche das generische Maskulinum.

Da springt mir gerade "Wetterfrosch" Sven Plöger bei. In seinem (sehr empfehlenswerten!) Buch "Zieht euch warm an, es wird heiss!" sagt er im Kapitel "Zum Umgang mit diesem Buch": "Aus Gründen der Lesbarkeit sind in diesem Buch sämtliche Personalpronomen und allgemeinen Ausdrücke stets inklusiv für Frauen, Männer und auch alle anderen zu verstehen." Dem schließe ich mich uneingeschränkt an.

30.12.20, OS: Servus Gerhard,

ich habe die Überschrift in der SZ auch gelesen und - mich schonend - beschlossen, gar nicht weiter zu lesen. Das mache ich in letzter Zeit öfter, den Unsinn, der in solchen Artikeln verzapft wird, kennt man zur Genüge und man kann Schöneres tun, als das zu lesen. Ich nörgle in deinem Sinne auch gerne, kritische Zeitgenossen sind wichtig und Abstumpfung blöd. Aber manche, wie diese Tante, ignoriert man am Besten. Alles Vernünftige zu diesem Thema hast du ja erwähnt.

Keep on running and cycling. Habe die Ehre!


18.12.20  Silvester-Böllerei - ALLES VERBOTEN!

Rückmeldung dazu

Noch vor ein paar Tagen hatte ich gesagt: "Wahrscheinlich werde ich heuer so viel verballern wie noch nie!" Daraus wird nun nix, denn es ist ja nicht nur der Verkauf von Feuerwerk, sondern (zumindest in München) auch das Abbrennen verboten worden. So ist zumindest nach meiner Kenntnis der heutige Stand. Ich werde es überleben und habe auch schon eine alternative Lösung.

Aber: Böller-Gegner gab's schon immer. Meist Umwelt- und Tierschützer. Und die haben heuer die (hoffentlich) einmalige Chance, auf den Corona-Zug aufzuspringen. Und das tun sie auch zuhauf. Seisdrum! Natürlich ist es ökologischer Unsinn, in der Silvesternacht Unmengen an Feinstaub in die Luft zu ballern. Aber was hat das mit Corona zu tun, frage ich mich seit Wochen?

Die Begründung ist, dass das Corona-bedingt ohnehin schon überlastete Klinik-Personal nicht noch zusätzlich durch Feuerwerks-Verletzte belastet werden soll. Gut, das kann ich nachvollziehen. Andererseits: Wie groß ist denn der Anteil von Silvester-Verletzten, die intensivmedizinisch versorgt werden müssen? Die meisten "Böller-Opfer" haben mittlere Verbrennungen und können nach ambulanter Behandlung (und evtl. Ausnüchterung) wieder nach Hause gehen. Außerdem haben alle Kliniken ihre Corona-Patienten strikt von anderen Patienten getrennt. D.h. eine "normale" Notaufnahme muss Personal vorhalten, das mit Corona nichts zu tun hat. Was wäre z.B., wenn es am Silvesterabend um - sagen wir mal - 20 Uhr Blitzeis gäbe, und eine unerwartet hohe Zahl von Patienten mit Knochenbrüchen behandelt werden müsste?

Nur so ein Gedankenspiel, und ich will auch nicht zynisch werden. Ich hätte hier auch gar nix geschrieben, wenn ich nicht gestern eine Erfahrung der besonderen Art gemacht hätte: Auf dem Nachbarschaftsnetzwerk nebenan.de hatte ich eine Suchanzeige gepostet, ob jemand evtl. noch ein bissl Feuerwerk im Keller hat, das er heuer selber nicht braucht. Keiner hat mir bisher was angeboten, aber es gab (Stand heute,14:00 Uhr) 34 Antworten mit allerlei Hinweisen und Belehrungen. Auch Corona-Impfgegner sind inzwischen einstiegen und posten z.T. wirre Dinge. Dabei hatte ich nur nach einer kleinen Silvester-Böllerei gefragt und hätte eigentlich nur positive Rückmeldungen von jemandem erwartet, der sagt: "Ja, das und das kann ich dir anbieten".

Dieses Beispiel zeigt mir, wie aufgeheizt und emotional die Stimmung gerade ist, und wie indifferent die Leute reagieren. Und es ist leider auch in anderen Bereichen genauso! Ich amüsiere mich noch ein paar Stunden über die Beiträge zu meiner Suche. Um 18 Uhr lösche ich (mit Ansage) meinen Beitrag samt aller Antworten. Sollen sich die Impf-Gegner woanders austoben.

PS: Mein nächster Nörgel-Beitrag wird den "Gender-Wahn" betreffen, aber ich geb' euch jetzt mal eine kleine Pause ...


16.12.20  Corona-Lockdown  -  Es wird immer absurder!

Rückmeldung dazu

Seit heute 21:00h haben wir also eine nächtliche Ausgangssperre. Ich hätte nie gedacht, dass sowas zu Friedenszeiten in Deutschland nach 1945 noch mal Wirklichkeit werden könnte! Ich darf also nach 21:00h nicht mal mehr zu meiner Ehefrau fahren. Es sei denn, es gäbe einen "triftigen" Grund. Aber klar, Bayern hat ja schon am 07.12. landesweit den Katastrophenfall ausgerufen. Hat's wer gemerkt? Kann jemand nachvollziehen, worin z.B. in Menzing die konkrete Katastrophe besteht? Treibt man hier nicht Schindluder mit dem Wort "Katastrophe"? Ich meine: JA! 

Na gut, meistens weiß ich ja vor 21:00h, wo ich die Nacht verbringe. Praktisch macht es für mich also keinen großen Unterschied, aber ich wehre mich dagegen, dass ich nachts nicht mehr auf die Straße gehen darf. Wo ist die Gefahr, wo ist die EVIDENZ? Diese Anordnung ist für mich ein Rundumschlag mit der GANZ großen Keule! Und wer soll sie kontrollieren? Wahrscheinlich drehe ich heute noch aus purem Trotz eine nächtliche Runde um den Block!

Aber das ist ja nur ein Aspekt! Aus den Diskussionen zu Kitas, Schulen, Distanzunterricht etc. halte ich mich raus. Das ist nicht meine Kernkompetenz. Wobei das Bayerische Kultusministerium hier nicht unbedingt eine gute Figur macht - und auch vor Corona schon nicht gemacht hat! Piazolo hängt da am seidenen Faden.

Wer kann mir erklären, warum ein Gastrobetrieb vorbestelltes Essen "ToGo" gegen Abholung verkaufen darf, ein Buchladen aber vorbestellte Bücher nicht gegen Abholung verkaufen darf, ein Blumenladen vorbestellte Blumen nicht gegen Abholung verkaufen darf?

Wer kann mir erklären, warum Supermärkte und Discounter auch "non food" Artikel verkaufen dürfen, während die dafür angestammten Läden geschlossen werden? Wahrscheinlich mutieren Aldi & Co in den nächsten Wochen zu kleinen Baumarkt-Filialen. Oder die Baumärkte halten künftig ein kleines Lebensmittel-Sortiment vor.

Es ist alles sowas von GAGA!

Eine weitere Absurdität: Bei METRO kann man weiterhin ALLES kaufen, was die im Sortiment haben. Elektronik, Klamotten, Schuhe, Weihnachtsartikel, etc. Das Zauberwort heißt "Großhandel". Für den gelten die Einzelhandels-Einschränkungen nämlich nicht! Da liegt es doch nahe, dass es während des Lockdowns diverse "Deals" mit METRO-Ausweisen und METRO-Besorgungen geben wird: "Wer kennt einen, der bei METRO einkaufen darf?" Ist so ähnlich wie im Frühjahr, als ich mit Gewerbeschein der "Baumarkt-König" war. Ich werde mir jetzt einen METRO- Ausweis besorgen. Bisher war das für mich uninteressant, aber wenn die Politik solche marktfernen Kriterien aufstellt, werde ich meine Möglichkeiten nutzen.

Es ist alles total absurd und - trotz des Ernstes der Lage, den ich nicht bestreite - völlig unausgegoren und willkürlich! Das Weihnachtsgeschäft so kurzfristig für viele Branchen dicht zu machen, wird weiter Unternehmen in den Ruin führen, und wird die Steuerzahler noch viele weitere Milliarden kosten.

Ob ein Lockdown eine wirksame Maßnahme ist, die Infektionszahlen, die Inzidenzzahlen und die Todeszahlen zu senken? Ich zweifle daran, weil ich noch nirgends eine stichhaltige und nachvollziehbare Begründung gehört habe, woher die aktuell steigenden Zahlen kommen. Man weiß es nicht! Man kann's nicht zuordnen! Und das, obwohl sich alle "Experten" seit März damit beschäftigen!

Meine Meinung: KEIN Lockdown, ALLE Betriebe wieder öffnen (natürlich mit Corona-bedingten Restriktionen) und, GANZ WICHTIG: Alle Maßnahmen dokumentieren und auswerten!

17.12.20, JB: Dazu muss ich jetzt tatsächlich mal Rückmeldung geben:

Jeden Tag sterben etwa 500 Leute an dem Coronavirus, Lockdown light hat's nicht gebracht, daher muss jetzt der Rundumschlag sein. Natürlich sind diese Maßnahmen nicht immer nachvollziehbar, aber nichts tun ist auch keine Option (siehe Schweden!).
Woher die steigenden Zahlen kommen, weiß man tatsächlich nicht. Das RKI schreibt in seiner Stellungnahme vom 15.12.2020, dass etwa 83 % der Ansteckungen keinem Ort zugeordnet werden können.
Deswegen bin ich auch der Meinung, dass der aktuelle Weg, alles zu schließen und zu schauen, ob die Zahlen dann endlich sinken, der richtige ist. Gleichzeitig bestreite ich gar nicht, dass das bisweilen zu absurden Situationen führt. Aber die Politik ist gezwungen, Entscheidungen zu treffen ohne vollständige Informationsgrundlage und unter Einbeziehung verschiedener Interessenslagen (Wirtschaft, Bevölkerung, usw.).


2020        
(C) 2021  Gerhard Fenzl